FRANZÖSISCHE JAHRESSIEGER-ZUCHTSCHAU 27./28.06.2010

Finale JSZ Fr 10

Die 4. Jahressieger-Zuchtschau der Association Française du Boxer fand am Wochenende vom 27./28. Juni in Forges les Eaux in der Normandie statt.

Den über 220 angereisten Ausstellern aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Luxemburg, den Niederlanden, Slowenien, Spanien und Schweden sowie den angereisten Fan-Clubs und Interessierten der Rasse bot sich ein traumhaftes Gelände im Bois de l'Epinay, dem dortigen Naherholungsgebiet. Auf einer riesigen Waldlichtung waren die grosszügigen Ringe aufgebaut umgeben von Wald, der Mensch und Hund an diesem warmen Wochenende viel Schatten spendete. Im grossen Festzelt fand am Samstag der Festabend mit feinem 4-Gang-Menue und Abend­unterhaltung statt.

Bernard Kafka wurden die gestromten Rüden, Dr. Jean-Pierre Noé die gelben Hündinnen, René Pras die gestromten Hündinnen und mir die gelben Rüden zugeteilt.

Um es schon einmal vorwegzunehmen: Ich war von der hohen Qualität der gelben Rüden über sämtliche Klassen hindurch beeindruckt!

Bei den Babies wie auch bei den Jüngsten standen durchwegs typvolle Hunde mit sehr guten Knochen und vielversprechenden Gebäuden im Ring. Rang 1 bei den Babies ging an Filsunik Bruni du Chemin des Bringés (Vandamme Anderson du Mont Doux/Carla Bruni Diaz du Mont Doux) und die Jüngstenklasse gewann Et V'lan passe moi l'éponge de la Cité des Leuques (Caesar du Domaine des Trois Vallées/Ab'Biwamicharly de la Cité des Leuques).

4 Hunde standen in der Juniorklasse (9-12 Monate), wovon 2 die Qualifikation "sehr gut" erhielten. Die beiden Hunde auf den vorderen Plätzen waren von gleicher Qualität. Echarpe du Faubourg des Hirondelles (Rominet the Mystic/Chipie du Bois de Faitin), der in der Hinterhand beim Laufen schonte, wurde dementsprechend zweiter nach E'Helios du Grand Renon (Valente d'Epec Center/Balzane du Grand Renon).

In der Junghundeklasse konnte ich von 8 vorgeführten Hunden 7 mal die Note "vorzüglich" vergeben. Aus dieser Klasse kam auch der gelbe Jahres-Jugendsieger Edgar des Prés Nouveaux (Perico du Val d'Europe/Butterfly des Pitchoux de la Comte), ein grosser, quadratischer Rüde mit elegantem Gebäuderahmen und gleichmässigen Winkelungen. Der typvolle, gut eingeteilte Rüdenkopf rundete das positive Gesamtbild ab. Er wurde im Finale vom Samstag auch bester Junghund der Ausstellung. Zweitklassierter war der substanzvolle Rüde Duque de Loermo (Mirlo del Cabezo la Jara/Calma de Loermo) mit bestechend schönem Kopf, der sich in der Bewegung am heutigen Tag nicht ideal präsentierte. Sehr ansprechend auf dem dritten Platz auch Eiko du Bois sans Mercy (Varum du Bois sans Mercy/Valentine du Bois sans Mercy), in der Front noch nicht ganz geschlossen. Auf dem 4. Platz Eicko des Tendres Rebels (Goethe v. Santana/Ascell-Star des Tendres Rebels), typvoll im Kopf mit guter Gebäudeveranlagung, der jedoch noch Festigkeit in der Rückenpartie braucht.

Die Zwischenklasse gewann Dean Martin des Vents de Mer (Goethe v. Santana/Vénus des Vents de Mer), ein hochgestellter, hirschroter Rüde mit äusserst typvollem Kopf, gut gewölbt im Oberkopf, sehr guter Fangpartie und einem eleganten Gebäude mit raumgreifendem Bewegungsablauf. Er erhielt das CACS und Res-CACC und wurde - dem Reglement entsprechend - gelber Jahressieger. Auf den weiteren Rängen folgten King Arthur the Fifth Element (Aragorn the Fifth Element/Russian Empress Vavonabox), ein ebenfalls typvoller Rüde mit prima Oberkopf-/Fangverhältnissen, dunklen, gut platzierten Augen, quadratischem, elegantem Gebäude mit guten Winkelungen, Daytona de la Mare du Carreau (Perico du Val d'Europe/Unick du Courtil aux Puits) ein mittelgrosser Rüde mit elegantem wie auch substanzvollem Gebäuderahmen, einem typvollen Kopf mit etwas kurzem Nasenrücken sowie D'Zeus de Bellemanie (Victorino Martin de Talisco/Victoria de Bellemanie), mit ebenfalls elegantem Gebäude und typvollem Kopf.

Die grösste Klasse war die offene Klasse mit 14 gemeldeten und 12 angetretenen Hunden. Die Entscheidung über die vorderen Plätze fiel dann im Endring beim Laufen, wo sich Clovis de la Mare du Carreau (Perico du Val d'Europe/Unick du Courtil aux Puits) um eine Nasenlänge gegenüber Hercules the Fifth Element (Aragorn the Fifth Element/Orakel Nikita di Noi Vincere) geschlagen geben musste. Hercules ist ein grosser, fast quadratischer Rüde mit typvollem, gut eingeteiltem Kopf und bestechendem, gut gewinkeltem Gebäude, in der Bewegung viel Boden deckend. Clovis ist ein grosser, quadratischer, substanzvoller Rüde mit ausdrucksvollem Kopf, der im Hals etwas trockener sein könnte. Dritter im Bunde war Diouk du Val d'Europe (Ego de Joanxichcan/Anaïs du Val d'Europe), ein mittelgrosser, kompakter Rüde mit einem vorzüglichen, trockenen, gut bemuskelten Gebäude und einem gut eingeteiltem Kopf, bei dem ich mir den Oberkopf etwas ziselierter wünschte. Vierter wurde Chipper de la Vallée de Porcaro (Upnoye de la Petite Bicounosse/Amour), gross mit typvollem Kopf, breiter Gebissanlage, dem in der Rückenpartie noch die Festigkeit fehlt.

Ein Highlight war die Gebrauchshundeklasse mit 9 Hunden, die allesamt in den vordersten Plätzen hätten mitmischen können. Gewinner dieser attraktiven Klasse wurde Caius des Jardins d'Irossa (Vassili des Courtillières/Vanille des Jardins d'Irossa), der im Kopf wie auch im Gebäude ausgeglichenste Hund. Er zeigt ein quadratisches, elegantes Gebäude mit der nötigen Substanz, einen ausdrucks­vollen, gut eingeteilten Rüdenkopf mit breiter Gebissanlage, vorne und hinten gut gewinkelt mit gleichmässigem Bewegungsablauf. Auf dem zweiten Platz folgte Jucar del Cabezo la Jara (Xipheos v. Mississippi/Flamenca del Cabezo La Jara), ein fast 5 ½ jähriger, grosser Rüde mit sehr gutem Kopftyp, breiter Fangpartie und einem äusserst funktionellen Gebäude. Der dritte Podestplatz ging an Cyrius de Bellemanie (Ego de Joanxich­can/T'M de Sullieu), gross elegant mit wunderschönem, ausdrucks­starkem Kopf, der jedoch korrekter gewinkelt sein könnte. Clovis de Saint Quinis (Socrate du Mont des Alizés/Una du Samouraï de l'Orient), ein kompakter, ausgeglichener Rüde rundete auf dem 4. Podestplatz das Bild dieser vorzüglichen Vertreter der Boxerrasse ab.

Chelton de Mare du Carreau (Perico du Val d'Europe/Unick du Courtil aux Puits), ein grosser Rüde aus der Championklasse mit elegantem, aber auch substanzvollem Gebäude, einem typvollen, gut eingeteilten Kopf mit prima Ausdruck und überzeugend in der Bewegung erhielt das CACC und wurde schönster Rüde der Ausstellung.

Owens de Sullieu (Tikki van de Boksdoorn/Matilou de Sullieu) mit seinen 12 Jahren hat nichts von seinem Charme eingebüsst. Sein wunderschöner, ausdrucksvoller Kopf hat sich vorzüglich gehalten. Abgesehen von einem Wehwehchen im rechten Hinterlauf zeigte er sich noch voller Lebensfreude im Ring.

Wie eingangs schon kurz erwähnt, waren beim gelben Farbschlag ausgezeichnete Vertreter unserer Rasse anwesend, was mir beim Richten auch viel Spass bereitet hat. Den Besitzern gratuliere ich zu ihren tollen Hunden und wünsche noch viel Erfolg für die Zukunft. Doch darf man bei aller Euphorie auch nicht darüber hinwegsehen, dass kopfmässig zwar wenig zu Beanstandung Anlass gab, bei den Gebäuden hingegen doch Hunde mit teilweise kurzem Oberarm, steiler Schulterlage und überwinkelter, schwach bemuskelter Hinterhand in den Ringen standen.

Bevor die Entscheidungen am Sonntag im Ehrenring anfingen, fand die Siegerparade mit 22 Champions aus allen Herrenländer statt. Das Defilée wurde bezeichnenderweise durch den Song "We are the Champions" begleitet und lautstark vom Publikum begrüsst. Ich weiss nicht, ob es anderen auch so ergeht; mir läuft es heiss und kalt den Rücken runter, wenn ich so viele bekannte Siegerhunde an mir vorbeiziehen sehe, die in vielen Ahnentafeln ihre "Zeichen" hinterlassen haben!

Die tadellose Organisation von Remi + Edith Marc und ihren vielen Helfern haben dazu beigetragen, dass an diesem Wochenende ein einladendes und freundschaftliches Ambiente herrschte.

Bedanken möchte ich mich nochmals ganz herzlich für die Einladung bei der AFB und den Organisatoren sowie bei Helga + Gérard Zehler für die tolle Zusammenarbeit im Ring.

Vive notre BOXER!

Ginette Hufschmid